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 der Aal

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BeitragThema: der Aal   12/3/2009, 13:19


Der Europäische Aal (Anguilla anguilla)
ist eine Art der Flussaale und in ganz Europa, Kleinasien und Nordafrika beheimatet. Verwandte: Amerikanischer Flussaal (A. rostrata), Meeraal (Conger) (Conger conger),Muränen (Murenidae), pazifische Aale

Merkmale
Er hat einen schlangenförmigen, langgestreckten, drehrunden Körper. Die Rücken-, Schwanz- und Afterflosse bilden einen durchgängigen Flossensaum. In der dicken Haut sind sehr kleine Rundschuppen eingebettet. Der europäische Aal hat ein oberständiges Maul, das heißt der Unterkiefer ist etwas länger als der Oberkiefer. Die Färbung auf der Oberseite kann zwischen schwarz und dunkelgrün schwanken, wohingegen die Unterseite von gelb (junger, sog. Gelbaal) bis weiß (erwachsener, sog. Blankaal) variieren kann.Erwachsene Weibchen können bis zu 150 cm lang und 6 kg schwer werden, Männchen erreichen nur 60 cm Länge. Solche Größen werden aber extrem selten erreicht, und schon ein Weibchen von einem Meter Länge ist ausgesprochen groß. Vom Amerikanischen Aal ist der Europäische Aal äußerlich kaum zu unterscheiden.

Lebensweise
Aale sind insbesondere in der Dämmerung und in der Nacht aktiv. Sie ernähren sich vorwiegend von Würmern, (Klein-)Krebsen, Insektenlarven etc., aber auch von Fischlaich und Fischen. Kleinfische werden aktiv im Mittelwasser und an der Wasseroberfläche gejagt. Dabei entpuppt sich der Aal als geschickter Jäger.Der Europäische Aal kommt in unseren Gewässern in zwei Ernährungsvarianten vor: Variante 1 ist der Spitzkopfaal, mit schmalem Kopf und spitz zulaufender Schnauze, der sich vorwiegend von Krebsen etc. ernährt. Variante 2 ist der Breitkopfaal, mit breitem Kopf und breiter Schnauze, ein Fischjäger.Beide Formen existieren auch nebeneinander in den gleichen Gewässern, wobei die prozentuale Verteilung auf die beiden Formen ausschließlich von dem vorherrschenden Nahrungsangebot abhängt. So wird man in Gewässern mit einem übermäßigen Bestand an kleinen Fischen und einem geringen Bestand an Krebsen bis zu 90 % Breitmaulaale im Verhältnis zu Spitzmaulaalen finden und umgekehrt.Die oft verbreitete Aussage, Aale seien Aasfresser, resultiert aus ihrem Versteckverhalten, was früher durch das Auslegen von Tierschädeln zum Fang genutzt wurde. Fischer wissen, dass Aale bestenfalls frisch getötete Köder fressen, niemals aber verweste. Der Grund liegt nicht zuletzt in dem extrem fein ausgebildeten Geruchssinn des Aales begründet. Er ist in der Lage, einzelne Geruchs- oder Geschmacksmoleküle wahr zu nehmen. Seine röhrenartig ausgebildeten Nasenlöcher befähigen ihn zudem, eine Geruchsspur in allen drei Dimensionen wahr zu nehmen und zu verfolgen (stereoskopisches Riechen).Der Aal lebt als Bodenfisch im Süßwasser europäischer Gewässer, mit Ausnahme der Gewässer, die über die Donau ins Schwarze Meer entwässern. Hier wurde er durch Besatz eingeführt. Außerdem kommt er in Nord- und Ostsee vor. Er ist ein Raubfisch, und seine Nahrung umfasst ein großes Spektrum von Würmern über Wasserinsekten, Schnecken, Krebsen, bis hin zu Fischen.

Befall mit dem Schwimmblasenwurm
Der Schwimmblasenwurm (Anguillicola) ist ein aus Asien eingeschleppter Parasit, der in der Schwimmblase des Aals schmarotzt und sie schädigt. So lange der Aal sein bis zu 12 Jahre währendes Dasein im Süßwasser fristet, spielt die Schwimmblase für ihn eine eher untergeordnete Rolle, denn er ist ja ein Bodenfisch. Während seiner Rückwanderung in die Sargassosee aber braucht er seine Schwimmblase dringend, um sich kräfteschonend im Wasser zu tarieren. Aale führen nämlich ausgeprägte tagesperiodische Vertikalwanderungen durch, d. h. tagsüber schwimmen sie in bis zu 500 m Tiefe, nachts aber nahe der Oberfläche. Und mit einer vorgeschädigten Schwimmblase kann sich der Fisch in so unterschiedlichen Tiefen nur mit erheblichem Mehraufwand an Kraft bewegen. Da er nichts mehr frisst, sondern nur noch von seinen enormen Fettreserven lebt, fehlen im gerade diese zur Bildung der Geschlechtsprodukte. Manche Forscher nehmen auch an, dass es diese Schwimmblasenwurm-geschädigten Aale gar nicht mehr bis in das Laichgebiet schaffen und vorher sterben.

Die Sinnesleistungen des Aals sind, je nach dem, welchen Sinn man betrachtet, phänomenal bis dürftig: Der Gesichtsinn des Aals ist sehr schlecht ausgeprägt. Aale sehen nur schwarzweiß, und das Bild dürfte auch bei etwas über 6.000 Stäbchen/Quadratmillimeter Netzhaut nicht besonders scharf sein. Dagegen ist ihr Geruch- und Geschmacksinn über alle Maßen entwickelt: Die Fische sind zu stereoskopischem Riechen fähig. Ihre Nasenöffnungen sind zwei kleine Röhrchen, mit denen sie die Richtung, aus der Geruch und Geschmack kommen, sehr genau orten können. Versuche mit Rosenwasser, einem Stoff, den Aale nicht mögen, zeigten, dass sie in der Lage sind einen Tropfen davon, verdünnt mit der 25-fachen Wassermenge des Bodensees, wahrzunehmen. Aale können also einzelne Moleküle riechen. Damit ist ihr Geruchssinn um etliche Größenordnungen besser als der von Hunden!Das Seitenlinienorgan, mit dem Aale wie auch andere Fische Erschütterungen und Strömungen „sehen“, ist ebenfalls sehr hoch entwickelt.

Aber schon bei der Frage der Fortpflanzung wird’s geheimnisvoll:
Bekannt ist, dass sich die Aale als so genannte „Blankaale“ in stürmischen Herbstnächten auf den Weg ins Meer machen. Sie lassen sich, meist s-förmig gekrümmt, mit der Hauptströmung des Flusses treiben. Im Meer angekommen, machen sie sich auf den Weg in die gut 6.000 km entfernte Sargasso-See, einem Seegebiet im Westatlantik. Somit gehört der Aal zu den katadromen Wanderfischen, die im Süßwasser leben und im Meer laichen (Fische, die den umgekehrten Weg gehen wie Lachs und Stör, nennt man „anadrom“).Der Hinweis, dass die Sargasso-See das Laichgebiet der Aale ist, beruht einzig auf Indizien, denn noch nie wurden hier laichreife oder gar laichende Aale gesichtet. Allerdings hat man hier die allerjüngsten Aallarven gefunden. Und da die Sargasso-See ein strömungsarmes Gebiet ist, das von verschiedenen Meeresströmungen, darunter dem Golfstrom, umfasst wird, ist es unwahrscheinlich, dass die Larven von anderen Orten hierher gespült wurden.Man nimmt an, dass sich die Tiere nach einer halbjährigen Wanderschaft dort in Tiefen bis 500 m und Wassertemperaturen um 19° C fortpflanzen. Die Alttiere sterben nach dem Laichen. Das ist auch kein Wunder, denn die Fische bilden auf ihrer Wanderschaft bereits in den Flüssen ihr Verdauungssystem zu Gunsten der Geschlechtsorgane vollkommen zurück.Die Aallarven nennt man Weidenblattlarven, eben, weil sie die Form eines Weidenblatts haben. Da sie im Aussehen so gar nicht zu der späteren Körperform der Aale passen, hielt man sie lange für eine eigene Fischart (Leptocephalus brevirostris). Die Aallarven wandern über einen Zeitraum von ca. 3 Jahren zurück an die europäische Küste. Dabei nutzen sie den Golfstrom. Dachte man früher, die Aallarven ließen sich einfach treiben, weiß man heute, dass sie auch aktiv schwimmen. Die Larven des Amerikanischen Aals (Anguilla rostrata), dessen Lebenszyklus unserem Aal gleicht, und dessen Laichgebiet sich mit dem unseres Aals überschneidet, schwimmen an die nordamerikanische Küste. Die Weidenblattlarven sind ca. 7 cm lang, wenn sie die Küste erreichen, und auf einen immer noch unbekannten Auslösereiz hin, wandeln sie sich innerhalb von 24 Stunden in die typische Aalgestalt um. Sie heißen dann „Glasaale“, weil sie durchsichtig sind. Als solche dringen sie in die Flussmündungen vor. Im Brackwasserbereich müssen sie noch etwas ausharren, damit sich ihr Stoffwechsel von Salz- auf Süßwasserbetrieb umstellen kann. Allerdings bleiben nicht wenige Aale im Meer, vor allem in der Nord- und Ostsee.Die Aale erreichen unsere Küste im Februar (Ostsee im Mai), die Küsten Frankreichs und Großbritanniens im September des Vorjahres.Die in die Flüsse einschwimmenden Aale nennt man „Steigaale“. Sie sind recht zerbrechlich aussehende Lebewesen, die aber einen unstillbaren Wanderdrang haben. Egal, was sich ihnen in den Weg stellt, es wird überwunden. Selbst den Rheinfall in Schaffhausen übersteigen sie und gelangen so in den Bodensee und seine Zuflüsse. Allerdings sind es meistens die Weibchen, die so weit die Flüsse hochsteigen. Die männlichen Aale bleiben in Küstennähe und im Brackwasser. Ein Grund, weshalb Angler in Norddeutschland relativ selten „Wasserschlangen“ von über 80 cm Länge fangen. Der Zug der „Steigaale“ ist beeindruckend: In einem mehrerern Meter breiten Band ziehen sie in der Dunkelheit entlang der Flussufer, so dass man sie mit bloßen Händen schöpfen kann. Tagsüber verbergen sie sich allerdings im Tiefen.

Landgang
Es war den Leuten oft ein Rätsel, wie Aale in abgeschlossene Gewässer gelangen können. Des Rätsels Lösung: Die Fische können ihr Element verlassen und recht behände über Land kriechen, wenn es nur feucht genug ist.
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